150 Jahre WEIBEL – Firmengeschichte

1865 gründet im bäuerlichen Judendorf Ober-Endingen der 20 Jahre junge (christliche) Josef Weibel ein Tuch- und Stoffgeschäft.

Bis vor knapp 150 Jahren durften Schweizer Juden nur in den beiden Aargauer Dörfern Endingen und Lengnau, wohnen. Die jüdische Bevölkerung war in der Überzahl gegenüber den christlichen Bauernfamilien. Die Gründung des Tuch- und Stoffgeschäfts stiess bei der jüdischen Bevölkerung auf Ablehnung, weil Josef Weibel am „Sabbat“ – für ihn ein Werktag – sein Geschäft geöffnet hatte. Die Querelen verebbten aber und das Geschäft begann zu wachsen.

2. Generation: Gottlieb Weibel
Um die Jahrhundertwende übernimmt dessen Sohn Gottlieb die Firma. Die Quellen im Familienarchiv beschreiben dynamischen Unternehmer. Er fügt der Firma zuerst einen Möbel- und später einen Fahrrad-Bereich hinzu.

Nach dem 1. Weltkrieg erlebt die Firma einen kräftigen Aufschwung. 1926 stirbt Gottlieb Weibel unerwartet.  Seine Frau Louise führte die Firma während der grossen Depression und des 2. Weltkriegs. Obwohl die Firma Verluste erleidet, beschäftigt Louise sämtliche Angestellte weiter und baut ihren jüngsten Sohn als Nachfolger auf.


3. Generation: Kurt Weibel
Kurt Weibel, geboren 1919, erwirbt schon mit 15 Jahren das Handelsdiplom und lernt bei Aufenthalten in der Romandie und in England die wichtigen Handelssprachen. Dann bricht der Zweite Weltkrieg aus. Statt im Geschäft leistet Kurt von 1939 bis 1945 fast ununterbrochen Militärdienst. Erst nach Kriegsende übernimmt er den Firmenvorsitz.

Kurt Weibel ist nicht nur als Firmeninhaber im Möbelhandel, sondern auch als Bauherr tätig – für die Unternehmung, aber auch für die Gemeinde. Er baut Schulhäuser, ein Schwimmbad, oder die Kläranlage. Er handelt nach dem Motto: „Langfristiger Wertzuwachs liegt in Immobilien“. Er hebt aus der Weibel Möbel AG die auf Immobilien ausgerichtete Weibel & Co AG als Handelsfirma und gliedert sie als eigenes Unternehmen aus.


4. Generation: Peter Weibel
Kurt Weibel überträgt im Jahre 1984 die Unternehmung an Sohn Peter Weibel, der als Präsident des Verwaltungsrats amtet. Als Geschäftsführer – der erste in der Geschichte der Firma – setzt er Hans Vogel ein. In dieser Zeit wird das Unternehmen Mitglied der Casa Swiss Gruppe, einer Vereinigung von 23 Möbelhäusern.

5. Generation: Michael Weibel
Im Jahr 2000 übernimmt Peters Sohn, Michael Weibel, der im Jahr 1999 in die Firma eintritt, die Firmengruppe alleinverantwortlich. Er modernisiert und vergrössert das Geschäftshaus und führt nach 2008 ein neues Produktkonzept ein. Er findet auch eine Antwort auf die Euro-Frankenkrise und führt das Geschäft noch Jahre weiter. Nach der Aufhebung des Mindestkurses löst er den Möbelhandel im Jahr 2015 auf – nach 150 Jahren.